Unter dem Leitmotiv „Europarecht als Brücke – Recht, Werte und Verantwortung in einem gemeinsamen Europa“ wurde am 7. September 2026 im Dachgeschoss des Juridicums die Honorarprofessur an Dr. Natalie Harsdorf feierlich verliehen. Dekanin Univ.-Prof. Dr. Brigitta Zöchling-Jud eröffnete den Abend, skizzierte die Rolle von Honorarprofessuren und die hohen Qualifikationsanforderungen.
Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner würdigte den Werdegang von Natalie Harsdorf, ihre Rolle als erste Frau an der Spitze der Behörde und ihr Wirken als Vorbild: Europarecht werde bei ihr nicht nur gelehrt, sondern gelebt – die Honorarprofessur lasse diese Wirkung über den Hörsaal hinausstrahlen.
EU-Kommissar Dr. Magnus Brunner betonte die Rückkehr an den Ort des Studiums und hob hervor, dass Harsdorf dem Wettbewerbsrecht in Österreich „ein Gesicht und eine Stimme“ gibt – verständlich auch für Nicht-Juristinnen und -Juristen. Wettbewerb sei ein kollektives Gut, das den Binnenmarkt in seiner Funktionsfähigkeit sichere.
Präsident des Verwaltungsgerichtshofes Dr. Albert Posch zeigte, wie stimmig die Honorarprofessur in Harsdorfs Laufbahn passt. Aus gemeinsamen Stationen – etwa der Donau-Chemie-Sache – erinnerte er an ihr frühes, starkes Plädoyer vor dem EuGH. Harsdorf schlage drei Brücken: zwischen Unions- und nationalem Recht, Wissenschaft und Praxis sowie der österreichischen Wettbewerbscommunity und internationalen Netzwerken.
Univ.-Prof. Dr. Thomas Jaeger hob Harsdorfs langjährige Verbundenheit mit dem Institut hervor – von ELMC-Team und Studienassistenz bis zur umfassenden Lehr- und Prüfungstätigkeit in Europa- und Kartellrecht. Sie sei oft „die Erste“ – in Funktionen wie in Ideen.
RA Dr. Ingo Brinker (Studienvereinigung Kartellrecht) stellte die Bedeutung von Brücken zwischen Praktikerinnen und Praktikern in Europa heraus: gegenseitiger Respekt als Grundwert – eine Qualität, die Harsdorf verkörpert. Der offene Dialog in Foren wie ICN und ECN sei ihr besonderes Anliegen; Entwicklungen wie jüngst, die US Supreme Court Entscheidung „Slaughter“ zeigen, wie wichtig der europäische Weg der rechtsstaatlichen Einbettung sei.
Nach der feierlichen Verleihung durch Dekanin Zöchling-Jud dankte Hon.-Prof. Dr. Natalie Harsdorf für das Vertrauen und die enge Zusammenarbeit zwischen Universität, Praxis und Institutionen. Beim anschließenden Empfang klang der Abend mit zahlreichen Gesprächen über die Zukunft des Europarechts und des Wettbewerbs aus.
Bild: (v.l.n.r.) EU-Kommissar Dr. Magnus Brunner, LL.M., Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, BSc, Hon.-Prof. Natalie Harsdorf, Univ.-Prof Dr. Thomas Jaeger, Dekanin Univ.-Prof. Dr. Brigitta Zöchling-Jud, Präsident des Verwaltungsgerichtshofes Dr. Albert Posch, LL.M.